Donnerstag, 28. Juni 2007

Nachbetrachtung zur 3. Vortragsreihe

„LEBENszeichen – LEBENsentscheidung“

Am 21. Juni ist unsere diesjährige, zusammen mit dem „Haus am Dom“, Frankfurt, verantwortete Vortragsreihe zu Ende gegangen. LEBEN in seinen verschiedenen Phasen war das Thema – vom Anfang bis zum Ende. Die Vorträge waren qualitativ hochwertig. Das Interesse der Zuhörer stieg allerdings merklich an als die
persönlich interessierenden Fragen nach der Autonomie zum Lebensende, zur richtig verstandenen Sterbebegleitung (Hospiz, Palliativmedizin, Patientenverfügung) im Mittelpunkt standen.

Um die Zeit bis zur nächsten Reihe – Schirmherr wird dankenswerterweise Bischof Dr. Joachim Wanke aus Erfurt -, sinnvoll zu überbrücken und insbesondere um einige Aspekte der „Lebensentscheidungen“ kontinuierlich weiter zu vertiefen, planen wir eine „Video-Reihe“ auf unserer Internetseite (blogger, „tagebuch“).

Die Themen „zum Lebensende“ – nicht etwa (Glaubens-)Fragen zum „Leben nach dem Tode“ – stoßen bei vielen Menschen und auch in der Öffentlichkeit auf großes Interesse. Wir wollen versuchen, aus unserer christlichen Sicht das Bild einer menschlichen Gesellschaft zu zeichnen, z.B. durch persönliche Interviews aus Hospizen und Palliativstationen. Das verstehen wir als unseren konstruktiven Beitrag gegen die Forderung nach der Legitimierung der „aktiven Sterbehilfe“ bzw. den Angeboten von „DIGNITAS“.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Veranstaltungshinweis: "Leben am Ende"

"Kampf aus dem Leben" basierend auf Clint Eastwood's Kinofilm "Million Dollar Baby".

Donnerstag, den 21. Juni 2007
um 18 Uhr im Haus am Dom

Maggie`s Leben ist ein Kampf. Bei ihrer Geburt ist sie deutlich untergewichtig. Dennoch kämpft sie sich mit allen Mitteln in das Leben hinein. Mit 31 beginnt sie ihre Karriere als Boxerin. Mit großer Ausdauer, Ehrgeiz, Fleiß, Talent und ihrer unbändigen Willenskraft und dank ihres (zunächst widerwilligen) Trainers erhält sie die Chance ihres Lebens – einen Kampf um die Welt- meisterschaft. Trotz unfairer Methoden ihrer Gegnerin steht
sie kurz vor dem Gewinn.

Als der Kampf schon beendet scheint, streckt die Gegnerin sie mit einem unfairen Schlag nieder, sie stürzt und verletzt sich schwer. Als Maggie wieder aufwacht, ist sie vom Kopf abwärts gelähmt. Ohne künstliche Beatmung und Ernährung kann sie nicht überleben. Während sie früher um das Leben, um bestimmte Chancen mit Erfolg „gekämpft“ hat, sieht sie jetzt für sich keine Möglichkeit mehr. Mit der ihr eigenen Zielstrebigkeit, sie beißt sich sogar ihre Zunge durch, beginnt sie ihren letzten Kampf - den „Kampf aus dem Leben“.

Donnerstag, 31. Mai 2007

Niere zu verschenken


ORGANSPENDE
oder: Der nicht akzeptable holländische Weg
„Hollands letzte Niere“ (FAZ 30.5.2007)


In Deutschland herrscht schon seit Jahren ein chronischer Mangel an geeigneten Spenderorganen. Täglich versterben drei Patienten auf der Warteliste. Wie läßt sich diese kritische Situation verbessern? Jedenfalls nicht auf dem „holländischen Weg“.

Bei uns ist das Organspende-Verfahren durch das Transplantationsgesetz geregelt. Eine TV-Show wie für Holland angekündigt*, würde bei uns verboten, weil diese Art „Organvergabe“ nicht zulässig ist – zu Recht. Kranke werden zu „Schauobjekten“. Sie und ihr schweres Schicksal werden einer „staunenden“ Öffentlichkeit vorgeführt. Wie können Zuschauer sich anmaßen, menschliches Leben – als Basis für ihre Entscheidung – zu bewerten? Wer garantiert, daß die angebotene Niere zu dem so gefundenen Empfänger paßt – und nicht sofort von dessen Körper abgestoßen wird? Beginnt dann das „Spiel“ von neuem – sozusagen als TV-Fortsetzung?
*An der aufgezeigten Problematik ändert sich auch dadurch nichts, daß die Show sich im Endeffekt doch nur als eine (geschmacklose) "Show" entpuppte.

Auch das vom Nationalen Ethikrat (NER) vorgeschlagene Stufenmodell ist nicht akzeptabel:

- persönliche Bereitschaftserklärung zur Organspende, aber
- wenn nicht vorhanden, gesetzliche Erlaubnis zur Organentnahme, sofern kein Widerspruch durch Angehörige.

Diese „Widerspruchsregelung“ steht im Gegensatz zum Schutz der Menschenwürde, die auch den Leichnam nach dem Tode umfaßt. Dieser ist keine „Fundgrube für benötigte Organe“, aus der sich jeder bedienen darf.

Eine dauerhafte Verbesserung der Situation ist durch eine glaubwürdige Darstellung der Bedeutung der Organspende – zur Lebensrettung - zu erreichen. Die Möglichkeiten zur Lebendspende könnten erweitert werden. Soweit noch organisatorische bzw. finanzielle Hürden bestehen, müssen sie schnellstens beseitigt werden.

JWB

Dienstag, 22. Mai 2007

Palliativmedizin

Mit Hilfe der Palliativmedizin wird das Leben unheilbar Kranker gestaltet und auch ein menschenwürdiges Sterben ermöglicht. Im Rahmen der 3. Veranstaltungsreihe des HMK berichtet Prof. Dr. Eberhard Klaschik über die sich ständig verbessernden Möglichkeiten der Palliativmedizin. Hier sein Ansatz:


"Die zunehmende Technisierung sowohl der Medizin als auch unserer gesamten Lebensrealität hat zu einer Vernachlässigung von Patienten geführt, die unheilbar erkrankt sind. Aus diesem Mangel heraus haben sich die moderne Hospizbewegung und Palliativmedizin entwickelt und, von Großbritannien ausgehend, weite Teile der Welt erreicht.

Die Palliativmedizin hat in Deutschland in den letzten Jahren eine erfreulich dynamische Entwicklung durchlaufen. Der Aufbau einer palliativmedizinischen Infrastruktur führte zu unterschiedlichen Organisationsformen (Palliativstation, Hospiz, palliativmedizinischer Konsiliardienst, ambulanter Palliativdienst). Zudem wurde mit Schaffung einer Zusatzbezeichnung Palliativmedizin und der Integration der Palliativmedizin in die Weiterbildungsordnung der Gebietsärzte die Grundlage für eine verbesserte Weiterbildungssituation gelegt. Kompetenz in Schmerztherapie und Symptomkontrolle sowie die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den ethischen Entscheidungen am Lebensende und die Bereitwilligkeit zu einer offenen und ehrlichen Kommunikation kann den Patienten ein Sterben in Würde und Selbstbestimmung ermöglichen. Dadurch stellt die Palliativmedizin das Gegenkonzept zu Forderungen, die aktive Sterbehilfe in Deutschland zu legalisieren, dar."